Häufige Fragen

Wer kann aufgenommen werden?

Nach unseren Erfahrungen tut der Waldkindergarten allen Kindern gut. Ob Mädchen oder Junge, ob robust oder zart – jedes Kind entwickelt sich entsprechend seiner Persönlichkeit weiter. Der WaKi eignet sich für Mütter und Väter, die ihr Kind während der Kindergartenzeit intensiv begleiten wollen und können.

Da unser Waldkindergarten als Elterninitiative funktioniert, brauchen wir elterliches Ehrenamt. Eine bestimmte Weltanschauung ist nicht erforderlich, jedoch sollten unsere zentralen Werte wie Natur, Gerechtigkeit, Friede vertreten werden. Zudem sollte eine respektvolle Haltung gegenüber Kulturenvielfalt vorhanden sein.

 

Erstmal ist es sinnvoll, dass das Kind und die Eltern zu einem Besuch im Wald kommen und die Waldgruppe begleiten. Die Leitung führt ein persönliches Gespräch mit den Eltern. Das Aufnahme- oder Kennenlerngespräch kann auch Zuhause stattfinden. Es dient dazu, die Familiensituation, die häusliche Umgebung, Gewohnheiten, Vorlieben, Ängste des Kindes kennen zu lernen. 

Voraussetzung für die Aufnahme ist die Mitgliedschaft eines Elternteils im Verein.

Wir nehmen zum Start eines neuen Kita-Jahres regulär bis zu 12 U3 Kinder (d.h. unter 3 Jahre, aber bis Ende Oktober 2 Jahre alt) auf. Platz für Kinder über 3 Jahren haben wir nur, wenn durch Umzug o.ä., ein Platz außer der Reihe frei wird.
Der Einstieg in den Kindergarten ist theoretisch auch während des laufenden Kindergartenjahres möglich, falls ein Platz frei wird.

Leider können wir aus rechtlichen Gründen keine Kinder aus Nachbarstädten aufnehmen.

 

Können auch Integrationskinder in den Waldkindergarten gehen?

Für körperlich behinderte Kinder mit einem Rollstuhl ist der Waldkindergarten nur bedingt geeignet. Sprach- und hörgeschädigte Kinder, ADHS- bzw. hyperaktive Kinder finden sich im Waldkindergarten sehr gut zurecht, da sie hier Ruhe und Ausgleich zum „Alltag“ erleben können.

  

Sind die Kinder wirklich bei jedem Wetter draußen?

Ja :-) Ob die Sonne scheint, ob es regnet oder schneit,  Kinder lieben es, die Jahreszeiten hautnah zu erleben. Nur wenn es stürmt oder gewittert, suchen wir in unseren Bauwagen Schutz oder machen spontane Ausflüge.

Bei Unwetter stehen uns Ausweichmöglichkeiten zur Verfügung, die wir bei starker Sturmwarnung bereits wahrgenommen haben (Tierpark, Stadtbücherei, Museum) Die Eltern werden rechtzeitig informiert, wo sie ihr Kind an diesem Tag hinbringen sollen.

 

 

Ist es nicht viel gefährlicher im Wald als in einem Haus? Ist die Unfallgefahr nicht höher?

Die Unfallgefahr ist nicht höher als in Hauskindergärten, so die Aussage verschiedener Untersuchungen zu diesem Thema.

Im Gegenteil: Die Hauskindergärten mit den höchsten Sicherheitsstandards haben die größte Unfallhäufigkeit. Die Diskrepanz wird oft darauf zurückgeführt, dass Kinder in Waldkindergärten lernen, mit Stolperstellen und unerwarteten Hindernissen umzugehen. Der unebene, weiche Boden fördert den Gleichgewichtssinn, der dünne Ast unter den Füßen beim Klettern ist spürbar weniger belastbar, die Wasserkante ist unangenehm rutschig, und gutes Fallen lernen alle durch Übung, denn das kommt vor. Die Kinder machen sich vertraut mit vielen Risiken und kennen sich damit zunehmend gut aus.

 

Was macht ihr, wenn doch einmal etwas passiert?

Verletzungen sind, wie in jedem anderen Kindergarten auch, nicht auszuschließen, treten aber nicht häufiger auf als in anderen Einrichtungen. Das pädagogische Personal ist selbstverständlich in Erster Hilfe ausgebildet und entsprechend ausgerüstet. Wir können also im Notfall Erste Hilfe leisten.

Um jederzeit Hilfe holen zu können, werden Handys mitgeführt, über die dann ggf. ein Krankenwagen in den Wald an den jeweiligen Ort geleitet werden kann. An unserem Bauwagenplatz steht auch immer ein Auto zur Verfügung.

Weiterhin sind die Rettungsdienste der Stadt Bochum über den Aufenthalt der Kinder im Wald informiert, die Notfallpläne mit der Stadt Bochum abgestimmt und in den Rettungswegeplan eingebettet, sodass für schnelle Hilfe gesorgt ist. Desweiteren finden regelmäßige Begehungen der Standorte und des Gelände durch das Umweltamt Bochum, geschulte Baumpfleger und des Personal statt. Jeder Standort hat auch eine Notfallstandort Nummer, die bei den Rettungsdiensten angegeben wird.

Bei Unwetterwarnungen oder Schneebruchgefahr werden alternative Angebote beschlossen oder die Notunterkunft aufgesucht.

 

Wichtig!! Die Eltern müssen immer telefonisch zu erreichen sein.

 

Was macht ihr, wenn es sehr kalt ist?

Mit Kälte muss man richtig umgehen. Die Kinder sind in mehreren Schichten "eingepackt".  Bequeme Schichten von Jacken/Hosen aus Baumwolle oder Wolle übereinander sind ein guter Schutz, nicht zu vergessen die oberste wasser- wie winddichte Matsch- bzw. Regenkleidungs-Schicht. Damit kommen die Kinder auch bei Temperaturen unter Null gut klar, wenn wir uns alle ausreichend bewegen. Den Wärmehaushalt selbst zu regulieren, diese Kompetenz erlernen die Kinder rasch. Bei extrem kaltem Wetter frühstücken wir im Bauwagen und gehen danach erst in den Wald. In den Wintermonaten wird auch täglich ein Feuer am Platz entzündet. Dort erhitzen wir Steine, um diese dann als Handwärmer zu benutzen oder kochen uns eine heiße Suppe.

 

Sind die Kinder nicht ständig erkältet?

Nicht häufiger, als in anderen Einrichtungen. Eltern berichten sogar von weniger Erkältungskrankheiten und führen das auf die offenen Umgebung zurück: Die Konzentration von Viren und Bakterien ist im Wald deutlich geringer als in geschlossenen Räumen. Auch werden durch Wind und Wetter die Abwehrkräfte gestärkt.

Bei einer Erkrankung eines Kindes gilt generell folgendes:

Ein krankes Kind gehört in die Obhut vertrauter Familienmitglieder oder anderer

vertrauter Personen. Akut kranke Kinder gehören nicht in die Kita.

Dies gilt für:

  • Kinder mit Fieber (> 38°C unter dem Arm, > 38,5°C rektal oder mit dem Ohrthermometer gemessen)

  • Kinder mit Fieber am Tag oder in der Nacht zuvor

  • Kinder, die sich übergeben haben oder Durchfall haben dürfen frühestens 48 Stunden nach dem letzten Erbrechen oder Durchfall die Kita besuchen (aktuell noch erkrankte Kinder dürfen die Kita nicht besuchen)

  • Kinder, die offensichtlich stark unter ihren akuten Symptomen leiden

 

Bei ansteckenden Krankheiten müssen Kinder laut Gesundheitsamt ein Attest beim Wiederkehren vorlegen.

 

Zum Thema Impfungen:

Bei uns besteht keine Impfpflicht.   Wir empfehlen aber  eine Impfung laut Empfehlung des Robert-Koch-Instituts z.B. gegen Tetanus, FSME usw.

 

 

Welche Ausrüstung brauchen die Kinder?

„Das kann nicht mein Kind sein“.. denkt man manchmal spontan beim Abholen aus dem Waldkindergarten. Der Sprößling scheint gerade im nächstgelegenen Matschloch ein Vollbad genommen zu haben.
Waldkindergarten Eltern sollten damit gelassen umgehen. Richtig schmutzig wird meistens nur die oberste Bekleidungsschicht – und die Kinder können gerne auch am nächsten Tag mit dem Dreck von gestern wieder im Waldkindergarten aufkreuzen. Grobe Reste lassen sich auch einfach abklopfen.

Im Winter: Die Kinder sind nach dem „Zwiebelprinzip“ angezogen, mehrere Schichten dünnerer Kleidung übereinander, als Abschluss Buddel/Matschhose bzw. wind-/regendichte Jacke und Kopfbedeckung (bei Regen auch Regenhut – erhält die Kopf-Bewegungsfreiheit besser als Kapuze), dazu wetterfeste Schuhe, Handschuhe mit längeren Stulpen, Buddelhandschuhe. Thermo- oder Wollsocken halten die Füße warm.

Im Sommer: Wir empfehlen luftige langärmliges T-Shirt, lange dünne Hose ( in die Socken gesteckt, damit sie vor der Sonne schützen), Kopfbedeckung, Sonnenschutzcreme wird gemeinsam im Kindergarten aufgetragen (mit der DM Eigenmarke öko Sonnencreme, nach schriftl. Einwilligung der Eltern) Regenkleidung und Wechselkleidung bitte immer im Rucksack haben.

Wechselkleidung wird im Bauwagen aufbewahrt. Matschhose und -Jacke sollten lieber etwas zu groß sein, damit alles bequem übereinander gezogen werden kann.

Kleidungsstücke bitte alle mit Namen kennzeichnen!

Noch ein Tipp: Die Kleidung sollte, insbesondere für den Toilettengang im Wald, möglichst zweiteilig und ohne Hosenträger sein, sonst kühlen die Kinder im Winter schnell aus, wenn sie sich komplett ausziehen müssen. Ebenso sollte die Wechselkleidung ausgewählt sein.

Es besteht keine Pflicht für feste Wanderschuhe. Bei passendem Wetter können die Kinder auch barfuß laufen, auch Barfußschuhe sind erlaubt.

 

Welche Ausrüstung benötigt ein Waldkindergarten Kind noch?

Neben robuster Kleidung benötigt das Kind einen strapazierfähigen Kinderrucksack mit Brustgurt. In diesem Waldrucksack hat das Kind in der Regel seine Brotzeit.
Rucksack mit Rückenfutter und Bauch- oder Brustgurt und persönlichem Erkennungszeichen wie kleines Tier, buntes Band oder kleines Holzteilchen.

Iso-Sitzkissen mit Namen beschriftet

Trinkflasche möglichst isoliert. Sicherstellen, dass diese nicht auslaufen kann.
Vesperdose robust und bestenfalls isoliertes Modell das vom Kind selbständig geöffnet und geschlossen werden kann. Taschentücher

 

Wie ist es mit der Hygiene beim Essen und den großen und kleinen "Geschäften" unterwegs?

Die Kinder waschen sich vor dem Essen die Hände mit einer biologisch abbaubaren Seife und Trinkwasser, das von den pädagogischen Fachkräften mitgeführt wird. Unsere Wasserkanister sind immer frisch gefüllt.

Für die „kleinen und großen Geschäfte“ gibt es spezielle unbespielte Plätze; sollte ein Kind Stuhlgang haben, graben die Kinder mit Hilfe der Pädagogischen Fachkräfte ein Loch und schaufeln es anschließend wieder zu (erfahrungsgemäß wird der Stuhlgang meist zu Hause erledigt). Toilettenpapier, Desinfektionstücher und eine kleine Schaufel zum Vergraben werden von den Pädagogischen Fachkräften mitgeführt.

Sind wir an unserem Bauwagen-Standort, nutzen wir unsere Komposttoilette im Bauwagen.

Siehe auch Hygieneplan unseres Waldkindergarten, ein Exemplar befindet sich im Bauwagen.

 

Immer nur Natur - wo bleibt die Kultur?

Wir sind jeden Tag im Wald und doch ist die Kultur ständig um uns, weil präsent. Wir bringen unsere Erlebnisse und Erfahrungen außerhalb des Kindergartens alle im Kopf mit, erzählen davon, diskutieren, erklären und demonstrieren, was wir wie getan und gesehen haben.

Natürlich machen wir Ausflüge, also raus aus dem Wald.  Donnerstags besuchen wir z.B. in der Stadt die Bibliothek, gehen in Museen, ins Kindertheater, auf den Bauernhof, ebenso zu ausgewählten Orten der Berufswelt der Erwachsenen/der Eltern. Auch diese Kinder dürfen und sollen eine möglichst breite Palette ihrer Lebenswelt kennen lernen. Hierzu gehört auch, dass sie andere Kindergärten, mit denen wir kooperieren, bei gegenseitigen Besuchen kennenlernen.

 

Gibt es im Waldkindergarten überhaupt Bücher?

Unsere interne, kleine Bibliothek für Kinder und Erwachsene steht im Bauwagen. Ausgewählte Exemplare haben zeitweise "Räder"; wir nehmen sie im Bollerwagen mit in den Wald, da ist das Lesen und Zuhören noch viel schöner.

 

Lernen die Kinder auch den Umgang mit Schere und Stiften?

Die Kinder malen und schneiden, kleben und basteln genauso gerne wie andere Kinder auch. Auch nehmen wir diese Dinge mit in den Wald, denn manche gute Idee entsteht spontan und will genau hier und jetzt realisiert werden, ...oder? Anderes Werkzeug zur Förderung der Feinmotorik sind unter anderem z.B. Schnitzmesser, Seile, Hammer etc…..

 

Was machen denn diese Kinder, wenn sie in die Schule kommen? Können die überhaupt still sitzen?

Es gibt Studien, die einen Vergleich von Waldkindergartenkindern mit Kindern aus anderen Einrichtungen ziehen, was ihre Schulfähigkeit betrifft. Daraus geht hervor: Gerade "Waldkinder" sind selbständig, können sich gut konzentrieren und sich miteinander organisieren, können aufmerksam still sitzen und sind geübt im Herstellen von Kontakt. Sie können Dinge gut benennen, Fragen stellen und ihre Fantasie spielen lassen.

siehe Studie auf der Internetseite des Bundesverband der Natur- und Waldkindergärten , siehe Studie Peter Häfner

 

Wie schützt man sich vor dem Fuchsbandwurm/Zecken/Tollwut/Giftpflanzen?

Bei uns gibt es die feste Regel „Wir stecken nichts in den Mund“. Das bezieht sich auf alle Beeren und Früchte etc. im Wald, auch solche, die die Kinder vielleicht von zu Hause kennen. Zudem werden vor den Mahlzeiten die Hände gründlich gewaschen.

Vorweg sei gesagt, dass Zecken keine speziellen Waldtiere sind, sondern leider auch auf Spielplätzen, im Freibad oder im eigenen Garten lauern können.

Grundsätzlich sollten die Kinder, wenn sie nach Hause kommen die Waldkleider ausziehen. Das Kind wird nach Zecken abgesucht, um die Zecke ggf. sofort entfernen zu können. Als vorbeugenden Schutz empfehlen wir lange Kleidung, Strümpfe, die über die Hose gezogen werden und eine Kopfbedeckung.  Bei Bedarf kann auch ein Zeckenschutzmittel, Kokosöl oder Schwarzkümmelöl aufgebracht werden.

 

Mit den allgemeinen Waldregeln, z. B. nichts aus dem Wald essen und keine Tiere oder deren Exkremente berühren, sind die Kinder gut vor Tollwut geschützt.
Der Aufenthalt in der Natur führt sehr oft auch zu Begegnungen mit giftigen Pflanzen. Kinder müssen lernen, nicht auf eigene Faust Blätter oder Pflanzen Früchte zu probieren oder zu pflücken.

 

Gibt es wirklich kein Spielzeug?

Jein. Wir haben kein Spielzeug wie in Regelkindergärten. Unsere Kinder spielen/arbeiten mit normalem Werkzeug (Hammer, Säge, Zange), Schaufeln. Außerdem gibt es Malutensilien, viele Bücher, Bastelmaterial, Decken und Seile (aus denen auch immer wieder etwas anderes entsteht). Alle anderen Dinge, die die Kinder zum Spielen brauchen, holen sie sich aus der Natur (Stöcke, Erde, Schnee, Gras …).

 

Rennen die Kinder den ganzen Tag herum?

Nein, natürlich nicht. Kein Kind tut das, auch unsere nicht. Warum auch? Unsere Kinder vermissen im Wald kein Spielzeug und sind so phantasievoll, das ihnen immer neue Spiele einfallen. Und wer Ruhe braucht, bekommt sie auch. Unsere Erzieherinnen freuen sich über Entspannungsphasen mit den Kindern, z.B beim Vorlesen oder Lauschen von Waldgeräuschen. Es wird ganz individuell auf die Kinder eingegangen.

 

Laufen die Kinder nicht weg?

Unsere Waldgruppe ist für unser Team gut überschaubar, zudem sind wir mit 7 Mitarbeitern sehr gut ausgestattet.

Beim Erforschen der Lebensräume von Wald, Wiese, Bach, gibt es feste Regeln und Grenzen, die für die Kinder nachvollziehbar sind. So wissen die Kinder z. B. dass an den „Haltepunkten“ unbedingt Halt gemacht werden muss, damit die Gruppe zusammen bleibt.


Die Regeln und Absprachen werden mit den Kindern täglich be-und angesprochen, so dass jedes Kind sie schnell verinnerlicht und als wichtig erachtet.